Zwetschgengulasch mit Baguette
Rezepte
Autor: Inge Fuchs
Fotos: Inge Fuchs

Herbstliches Zwetschgen­gulasch

Herbstzeit ist Eintopfzeit. Am besten saisonal, regional und einfach nachzukochen. Jägerin Lisa Müller nimmt uns mit an ihren Outdoorgrill. Im Video verrät sie ihr Zwetschgengulasch-Rezept.

Das Lagerfeuer knistert. Mit einer Eisenstange hebt Lisa den Dutch Oven in die Glut. Der gusseiserne Topf saugt die Hitze auf, während die Jägerin die selbstgeschossene Rehkeule auslöst. Hündin Alma freut sich über den Knochen, den sie genüsslich neben der Feuerstelle kaut.

Der trockene Sommer ist vorbei, die Waldbrandgefahr gesunken. Guten Gewissens kann Lisa ihr Zwetschgengulasch draußen zubereiten. „Ich nutze die Outdoorküche hier im Bushcraftcamp Rhön gerne für meine Rezepte“, erklärt die 33-Jährige. Im ersten Video zeigt sie, wie das Auslösen der Rehkeule funktioniert.

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Zutaten:

  • 1 Kilogramm Reh- oder Hirschkeule
  • 300 g Karotten
  • 400 g Tomaten
  • 250 g Champignons
  • 200 g Zwetschgen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 3 Schalotten
  • 1 Lauchstange
  • 2 Knoblauchzehen
  • 500ml Wasser
  • 200ml Rotwein
  • Passierte Tomaten
  • 1 Rosmarinzweig
  • 10 Pfefferkörner
  • 6 Pimentkörner
  • Lorbeerblätter
  • Wacholderbeeren
  • Butterschmalz
  • Zucker
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden, Gemüse grob würfeln. Butterschmalz im Dutch Oven erhitzen und Fleisch darin anrösten. Zwiebeln und Knoblauch hinzugeben. Mit Tomatenmark vermengen und mit Rotwein ablöschen. Passierte Tomaten hineingeben. Gemüse und Gewürze in den Topf geben. Dutch Oven an die Seite der Glut ziehen und zwei bis zweieinhalb Stunden köcheln lassen.

Tipp von Lisa: Silberhaut am Fleisch lassen. Diese kocht sich beim Schmoren weich und erhält die Fleischstruktur.

Zwetschgen und Champignons vierteln. Den Deckel des Dutch Ovens umgedreht in die Glut legen und Butterschmalz darin erhitzen. Zwetschgen und Champignons hineingeben und zusammen mit Zucker karamellisieren.

Tipp von Lisa: Wer keinen Dutch Oven hat, kann das Rezept natürlich auch in der heimischen Küche nachkochen.

Mit 19 Jahren macht Lisa den Jagdschein. „Dass ich mich als junge Frau für die Jagd interessiere war damals eher eine Seltenheit. Mittlerweile ist das nicht mehr so“, erklärt sie. Die Verbundenheit zur Jagd und Natur bekam sie schon von klein auf mit, wenn sie ihr Vater mit in den Wald nahm. So lernte sie auch früh, was es heißt, Fleisch selbst zu verarbeiten. „Berührungsängste hatte ich da noch nie“, sagt sie. Selbst ein Tier zu erlegen, das sei dann aber doch nochmal eine andere Nummer gewesen. „Allerdings weiß ich, wofür ich es tue, und erzeuge daraus ein gutes Lebensmittel.“

Doch Lisa ist nicht nur Jägerin. Hauptberuflich ist sie Versicherungsmaklerin, nebenbei vermarktet sie mit einem eigenen Lieferdienst örtlich angebautes Biogemüse. Dass ihr Nachhaltigkeit und Regionalität besonders wichtig sind, lässt sie in ihre Rezeptideen miteinfließen. „Wenn nicht alles verfügbar ist, muss man immer ein bisschen improvisieren“, erklärt sie. Das sei auch der Grund, warum sie die Outdoorküche so fasziniert. „Durch das Feuer bekommt man ganz spezielle Röstaromen und kann trotz weniger Zutaten etwas Besonderes zaubern.“ Welche Zutaten das sind, zeigt sie im nächsten Video:

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Während das Gulasch köchelt, schneidet Lisa die Champignons und Zwetschgen. Zusammen ergeben sie das süße Topping, das dem Gulasch eine feine Note verleiht.

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Lisa füllt das Gulasch in Schälchen und garniert es mit dem karamellisierten Zwetschgentopping. Nach zweieinhalb Stunden des Wartens endlich der erste Bissen. Die Fleischstückchen zergehen auf der Zunge, das Gemüse ist zart aber immer noch bissfest und die süßen Zwetschgen kitzeln den Gaumen. So lassen sich die letzten Herbsttage genießen, am besten am knisternden Lagerfeuer, umringt von Farn und Fichten.

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