Einsatz
INTERSCHUTZMesse
Autor: Christina Heckl
Fotos: Christina Heckl, Hanno Meier

UNITED BY FIRE: Ein Messetag auf der INTERSCHUTZ

140.000 Besucher, über 1.600 Aussteller, 6 Tage Ausnahmezustand: Gerade einmal zwei Monate arbeite ich nun bei HAIX, als es für mich auf meine erste INTERSCHUTZ nach Hannover geht. „Mach dich auf was gefasst“, haben meine Kolleginnen gesagt, die schon mal auf der weltweit wichtigsten Fachmesse für Feuerwehren waren. „Das kann man sich gar nicht vorstellen, bevor man es gesehen hat.“ Und was soll ich sagen, damit haben sie nicht übertrieben.

Zwischen Rucksack-Ansturm, Dudelsackspielern, Feuerwehrsport und unzähligen herzlichen Begegnungen vergeht die Woche wie im Flug. Wie abwechslungsreich und außergewöhnlich ein Messetag auf der INTERSCHUTZ tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf einen Tag am HAIX-Stand.

8:00 Uhr: Nach einem schnellen Frühstück, bei dem man in lauter vertraute, teils noch etwas müde, aber motivierte Gesichter blickt (so oft habe ich wohl noch nie „Guten Morgen!“ am Buffet gesagt, fast das ganze Hotel ist mit Kolleginnen und Kollegen besetzt), folgt ein kurzer Fußweg zum Messegelände. Eine Viertelstunde später kommen wir auch schon in Halle 15, am Stand 47 an, dem HAIX-Stand. Wenn man an Messestände denkt, hat man oft ein Bild im Kopf von einer Theke, einem Regal und ein, zwei Stehtischen, auf denen gratis Kugelschreiber oder Gummibärchen verteilt sind. Mit dieser Vorstellung hat der HAIX-Stand allerdings wenig gemein. Auf 952 Quadratmetern und gleich zwei Ebenen erstreckt sich eine eigene kleine Welt. Als ich den Stand zum ersten Mal live gesehen habe, war ich ehrlich gesagt ziemlich baff.

Schon jetzt herrscht hier ein reges Treiben. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn in weniger als einer Stunde öffnen sich die Tore für die Besucher.

9:00 Uhr: Messestart. Ich mache mich auf den Weg nach draußen, wo sich innerhalb weniger Minuten eine mehrere hundert Meter lange Warteschlange bildet. Der Grund: Jeden Morgen verschenken wir 1.000 HAIX-Rucksäcke. Einige HAIX-Fans legen sogar einen Sprint hin, um sich einen Platz möglichst weit vorne in der Schlange zu sichern. 15 Minuten später ist der Countdown abgelaufen und die Ausgabe der Rucksäcke beginnt. Viele unserer Fans strahlen über beide Ohren, als meine Kollegen ihnen den Rucksack schließlich in die Hände drücken. Bei so viel Dankbarkeit und guter Laune kann der Messetag doch nur gut werden, denke ich mir.

10:00 Uhr: Nun mache ich einen kurzen Abstecher in unseren Shop. Das Highlight dort ist unser neuer Feuerwehrstiefel, der FIRE EAGLE 3.0 mit OneTouch-Verschluss. Ein kurzer Stoß gegen die Vorderseite genügt und der Stiefel schließt sich von selbst. Damit ist er schneller einsatzbereit, als je ein anderer Feuerwehrstiefel zuvor. In 0,7 Sekunden, um genau zu sein. Bei den Messebesuchern kommt der Schuh gut an. „Leichtgängig, drückt nicht, guter Halt, gute Sohle, super geil, also echt schöner Schuh, sitzt toll, wie einfach!“, ist das Fazit eines begeisterten Kunden. Doch unsere Fans feiern nicht nur die Feuerwehrstiefel. Auch die HAIXiletten, unsere Kult-Badeschlappen, im schwarz-gelben INTERSCHUTZ-Design, erfreuen sich großer Beliebtheit.

11:00 Uhr: Vor dem Stand formiert sich eine Menschenmenge. Acht Dudelsackspieler bahnen sich ihren Weg durch die Halle, an ihren Füßen den FIRE EAGLE 3.0. Schottenröcke und Feuerwehrstiefel: Eine Kombination, die viele Blicke auf sich zieht. Dann fährt über der Bühne der Würfel hoch und die Sängerin Tracy Cline und ihr Gitarrist heizen das Publikum mit dem HAIX-INTERSCHUTZ-Song „United by Fire“ ein. Selbst ich, die gar nicht so der Rock-Fan ist, singe am Ende der Woche lauthals die Lyrics mit. Zum großen Finale kommen gegen Ende des Songs schließlich noch die Dudelsackspieler auf die Bühne. Was für ein Auftritt! Die Stimmung am Stand könnte nicht besser sein.

13:00 Uhr: Nach einer kurzen Stärkung in der Mitarbeiterkantine schaue ich mal bei den Kollegen am Fanshop vorbei. Hier wird schnell klar, welchen Kultstatus die Marke in der Feuerwehr-Community hat. Unsere Fans decken sich ein mit HAIX Caps, Shirts, Trinkflaschen und anderen Merchartikeln. Ich treffe auf Besucher, die sich selbst als „HAIX-Freaks“ bezeichnen. Die Schlange an den Kassen reißt also auch hier während des Tages nicht ein. Direkt gegenüber vom Fanshop befindet sich unsere Patchwall. Feuerwehren aus der ganzen Welt bringen ein Patch ihrer Feuerwehr mit und tauschen es am Fanshop gegen ein exklusives HAIX-Patch. Die mitgebrachten Patches werden an der Patchwall gesammelt. Nach der Messe finden alle Patches einen ehrwürdigen Platz in unserem Headquarter in Mainburg. Gleich neben der Patchwall ist die Theke, an der von Montag bis Samstag insgesamt 20.000 Liter Freibier ausgeschenkt werden. Gegen fünf Euro Pfand erhalten die Besucher einen Tonkrug im schwarz-gelben HAIX-INTERSCHUTZ-Design. Diesen können sie sich nach Lust und Laune, sooft sie wollen, nachfüllen lassen. Die Stimmung ist auch hier – wie zu erwarten – ausgelassen.

Zeit mal zu fragen, was die Leute eigentlich mit unserem INTERSCHUTZ-Motto „United by Fire“ verbinden. Was ich immer wieder höre, ist der Vergleich ihrer Feuerwehr mit „einer zweiten Familie“. Für viele sei die Feuerwehr weit mehr als bloß ein „Hobby“. „Wir gehen miteinander rein und miteinander raus und das nicht nur im Einsatz, sondern auch im Privaten,“ meint eine junge Frau. Ein Besucher betont ebenfalls, dass er das Miteinander schätze, „dass man sich auf den anderen auch verlassen kann.“ Aus Kameraden seien echte Freunde geworden. „Man unterstützt sich gegenseitig und man hilft sich quasi in sämtlichen Situationen, egal ob es privat oder auch halt in der Feuerwehr im Dienst ist“, erklärt ein anderer Mann. Am Ende bringt es eine kleine Gruppe aus vier Feuerwehrlern knapp auf den Punkt: „Einer für alle, alle für einen.“ Diese Kameradschaft, die Leidenschaft und der Zusammenhalt prägen in meinen Augen auch die Stimmung auf der gesamten Messe. 

14:00 Uhr: Ich entscheide mich, ein bisschen Frischluft zu schnappen und am Außenstand vorbeizuschauen. Hier können sich die Messebesucher bei der „Hero-Challenge“ ausprobieren, einem kleinen Parcours, der typische Elemente aus dem Feuerwehrsport aufgreift. „3, 2, 1 – LOS!“, plärrt mein Kollege Stephan ins Megafon, dann geht es los: Treppe rauf, Schlauchpaket hochziehen, Treppe runter, einen Dummy hinter sich herziehen und dreimal mit einem Hammer auf ein Gewicht schlagen.  Immer zwei Besucher treten gegeneinander an, der oder die schnellere gewinnt. Egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, Feuerwehrmitglied oder nicht: Ich merke, die Leute hier haben Bock, sich zu duellieren und legen sich richtig ins Zeug! Als Belohnung gibt es für die Teilnehmenden eine HAIX-Sonnenbrille geschenkt.

16:00 Uhr: Nun mache ich mich auf den Weg zur „echten“ FireFit. Im Rahmen der INTERSCHUTZ finden auf dem Messegelände die FireFit European Championships statt, bei der Feuerwehrsportler aus der ganzen Welt gegeneinander antreten. Zu diesem Anlass lerne ich auch endlich unsere HAIX-FireFit-Athletinnen und -Athleten persönlich kennen. Ich dachte ja, ich wäre fit nach meinem Halbmarathon vor zwei Wochen. Aber das war, bevor ich den Sportlern hier zugesehen habe. Ich schaffe es nicht einmal, den Dummy, der satte 80 Kilogramm auf die Waage bringt, anzuheben, geschweige denn, ihn über 30 Meter hinter mir herzuziehen. Selbst kurz vor Start wirkt unser HAIX-Sportler Sören auf mich jedenfalls cool und gelassen. Im Gegensatz zu mir. Ich darf aufs Feld, um Fotos zu machen, und bin ziemlich aufgeregt: „Hoffentlich stehe ich nicht gleich jemandem im falschen Moment im Weg!“ Sören zieht den Dummy so schnell hinter sich her, dass ich mich richtig beeilen muss mit meinen Fotos. Die Freude ist riesig, als er im Ziel ankommt! Seine anvisierte Zielzeit hat er sogar noch um ein paar Sekunden unterboten. Einfach eine Maschine, der Mann!

18.00 Uhr: Es läutet zum Messeende. Zufrieden und erleichtert stoßen wir im Team auf den gelungenen Messetag an. Ich komme ins Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen, die ich in meinem Arbeitsalltag eher seltener sehe. Im Hintergrund läuft ein Schlager. „Noch so eine Musikrichtung, zu der ich erst mit der Messe finde“, muss ich innerlich schmunzeln. Dann geht es zurück ins Hotel, wo wir den Tag beim gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen.

„Was für eine Woche!“, denke ich mir auf der Fahrt zurück nach Mainburg. Aus meiner Zeit auf der Messe nehme ich vor allem eines mit: Die Feuerwehr ist für viele Menschen weit mehr als ein Hobby oder Ehrenamt. Immer wieder fielen Begriffe wie Kameradschaft, Vertrauen und Zusammenhalt. Und je länger ich auf der Messe unterwegs war, desto besser konnte ich nachvollziehen, was damit gemeint ist.

Diese Verbundenheit ist im Rückblick genau das, was die INTERSCHUTZ in meinen Augen ausmacht. Denn diese besondere Gemeinschaft war nicht nur bei den Besucherinnen und Besuchern spürbar, sondern auch bei uns im Team. Obwohl viele von uns im Arbeitsalltag nur selten Berührungspunkte haben, haben wir die Woche gemeinsam gestemmt, uns unterstützt und jede Menge miteinander gelacht. Und das ist auch der Grund, warum ich mich jetzt schon auf meine nächste INTERSCHUTZ 2030 freue.

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