Eine US-Feuerwehrfrau am Truck
Einsatz
Autor: Karen Hanne
Fotos: Hanno Meier

The American Dream

20 Jahre HAIX in den USA – fast genauso lange begleitet Elfriede Elfinger das Abenteuer Amerika. Dabei birgt der Weg nach Lexington in Kentucky einige Herausforderungen. Hindernisse wie Zeitverschiebung, lange Reisen, neue Kulturen und ein herausfordernder Markt haben aus HAIX North America einen wahren Helden gemacht.

Ursprünglich war der Ausrüstungshändler Lion Apparel der erste Draht, den HAIX in die USA hatte. Elfriede arbeitete damals im Vertrieb in Deutschland und hatte so immer wieder Kontakt zu den Geschäftspartnern in Übersee. Wie in Deutschland begann die HAIX-Erfolgsstory auch in Nordamerika mit Feuerwehrstiefeln. 1999 ging es für Elfriede auf die erste Messe in den USA, nur vier Jahre später folgte der alles entscheidende Schritt: „2003 wurde HAIX North America gegründet“, sagt sie. Der Anfang war schwer und kräftezehrend. Positionen mussten besetzt werden. Strukturen und IT-Systeme, die in Deutschland bereits im Einsatz waren, mussten auf einmal über 7000 Kilometer weiter weg implementiert werden. Anstrengende Jahre, erinnert sich Elfriede, die zunächst alle zwei Wochen zwischen den beiden Standorten hin und her reiste, schließlich für ein ganzes Jahr dortblieb. Vom Distribution Manager ist sie mittlerweile zur Vice President aufgestiegen.

Der Aufenthalt so weit weg von der Heimat bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Gerade in der Anfangszeit war die Distanz zwischen Mainburg und Lexington noch spürbarer als heute. „Es gab kein WhatsApp, kein Skype“, sagt Elfriede. „Man konnte maximal kurz telefonieren, aber das war sehr teuer.“ Man verpasste Events in der Heimat, sowohl beruflich als auch privat. Aber für sie war auch klar: Den wahren American Spirit erlebt man nur, wenn man eine ganze Weile dortbleibt. „Man wächst, kennt die Sprache, kennt die Kultur. Man lernt die Leute auf eine andere Art und Weise kennen.“

Besonders stolz ist Elfriede auf das Auslandsprogramm. „Junge Leute, die bei HAIX Deutschland eine Ausbildung mit Erfolg absolviert haben, können für ein Jahr lang zu HAIX North America.“ Dabei geht es nicht nur darum, dem Nachwuchs die Arbeit in den USA nahezubringen, sondern vor allem auch das Land, die Kultur, einfach das Leben dort. Die Erfahrung im Ausland sei so wertvoll. „Sie haben sich alle weiterentwickelt“, sagt sie.

Im Herzen der USA

Mit Lexington im Staat Kentucky hat HAIX einen Standort gefunden, der zentral im mittleren Osten der Vereinigten Staaten liegt. „Unsere Schuhe, die in Containern importiert werden, müssen zwar erst von der Küste ein Stück weit ins Inland gebracht werden. Die Verteilung von dort geht dafür einfacher.“ Im nahegelegenen Louisville befindet sich der UPS Worldport, eines der größten Paketzentren der Welt. Lager- und Verwaltungskosten in großen Metropolen wie New York oder Chicago wären zudem deutlich höher als in Lexington.

„Ewald Haimerl hatte große Visionen“, erinnert sich Elfriede an die Motivation des damaligen Geschäftsführers. Doch der Markt in den USA ist eben doch anders und teilweise etwas eigen. Produkte, die in Europa gut liefen, mussten für Amerika erst einmal angepasst werden. Denn eines der ersten Probleme war, dass die Kunden in den Staaten breitere Schuhe brauchten. Ergo stellte HAIX die Produktion für die USA auf breitere Leiste um. Davon abgesehen war das Ziel, auch andere Segmente zu bedienen. Doch dort musste sich HAIX erst etablieren. Und völlig außer Reichweite bis heute: die Army. „Das Militär in den USA fordert auch ,Made in USA‘“, sagt Elfriede. Produkte aus Europa können dort zum Teil nicht eingesetzt werden.

Auch an die amerikanische Art, Marketing zu betreiben und Messen zu organisieren, mussten sich Elfriede und ihre Mitstreiter erst gewöhnen. „Es hat gedauert, bis wir veramerikanisiert waren“, sagt sie. Beispielsweise sei Werbung in den USA viel lauter, schriller, aufdringlicher. Auf Messen tritt man nicht in Anzug oder Kostüm auf, alles sei offener, lockerer, lässiger.

HAIX North America: eine Heldenreise

Trotz allem, der ausgeklügelte Feuerwehrstiefel aus Leder war in den USA ebenso eine Innovation wie damals in Europa. „Gummistiefel waren davor noch sehr verbreitet“, erinnert sich die heutige Vice President. Die Technik und Features, die Feuerwehrstiefel von HAIX einzigartig machen, waren im US-Markt ebenfalls gefragt. „Es hat trotzdem einfach gedauert, bis man da anerkannt ist“, sagt Elfriede. Gegen den Standard „Made in USA“ muss sich eine Marke erst einmal durchsetzen.

Zwanzig Jahre später sieht die Situation schon anders aus. Um das Jubiläum gebührend zu feiern, fand am Firmenstandort in Lexington eine große Feier statt, inklusive Foodtrucks und Unterhaltung für Klein und Groß. Besonderes Highlight für die Jüngsten: Polizei und Feuerwehr aus der Region waren mit großen Fahrzeugen da. Wer sich traute, durfte sogar auf dem Fahrersitz Platz nehmen und die Sirene anmachen. Klassisch USA gab es einen großen Sale. Umliegende Feuerwehren und Police Departments konnten Schnäppchen jagen und sich im HAIX Store ihre Lieblingsschuhe sichern.

HAIX ist aus vielen Feuerwehr- und Polizeistationen nicht mehr wegzudenken. Von New York über Chicago, Detroit, San Francisco und Los Angeles haben es HAIX Schuhe bereits bis ins Fire Department auf Honolulu geschafft. Auch die New York State Police verlässt sich auf die Produkte des Spezialisten. „Man sieht unsere Schuhe immermehr, in den Stationen, im Rettungsdienst. Sogar die Sicherheits-Officer bei der Einreise in die USA tragen HAIX“, resümiert Elfriede. Und die Heldenreise von HAIX North America ist sicher noch nicht vorüber.

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